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Aktuelle Berichte

Auszeichnung für Projekt zur Klimawandelanpassung

Jeroen Jurriens (rechts) überreicht den Disaster Risk Reduction-Climate Change Adaptation Award an Tandu Ramba von der Organisation Geraja Toraja, die das ausgezeichnete Projekt in Indonesien realisiert.
Salztolerantes Saatgut, neue Anbaumethoden, Biodünger – seit Jahren unterstützt die Diakonie Katastrophenhilfe zusammen mit Brot für die Welt und lokalen Partnernorganisationen Kleinbauern in Indonesien bei der Anpassung an den Klimawandel. Nun erhielt das Projekt den DRR-CCA Award der ACT Alliance.

Ein Projekt zu Klimawandelanpassung und Katastrophenvorsorge, das die Diakonie Katastrophenhilfe in Kooperation mit Brot für die Welt und lokalen Partnerorganisationen in Indonesien durchführt, wurde mit dem ACT DRR-CCA (Disaster Risk Reduction-Climate Change Adaptation) Award der ACT Alliance ausgezeichnet. Jedes Jahr wird der Preis an innovative und erfolgreiche Programme verliehen, die Menschen bei der Anpassung an den Klimawandel unterstützen und ihnen helfen für eventuelle Folgen vorzusorgen. Den Preis entgegen genommen hat Tandu Ramba, ein Vertreter der Organisation Geraja Toraja, die das Projekt vor Ort realisiert.

Mit den Auswirkungen des Klimawandels leben lernen

Das Projekt ist eines von fünf sogenannten “Leuchtturm-Projekten” weltweit, mit denen sich die Diakonie Katastrophenhilfe zusammen mit ihrer Schwesterorganisation Brot für die Welt für die Unterstützung von vom Klimawandel betroffenen Gemeinden einsetzt. Zusammen mit lokalen Organisationen helfen wir Betroffenen in drei Dörfern in Tana Toraja (Süd Sulawesi, Indonesien) dabei, sich gegen die negativen Auswirkungen der Erderwärmung zu wappnen, Klimawandelfolgen besser einzuschätzen sowie Lebensweise und Erwerbsmöglichkeiten an die neuen Gegebenheiten anzupassen, um so weniger anfällig für klimatische Veränderungen zu sein.

Das Projekt richtet sich insbesondere an Kleinbauern und ihre Familien, deren Reisfelder durch den ansteigenden Meeresspiegel bedroht werden. Denn das steigende Salzwasser verkleinert nicht nur ihre Anbauflächen, sondern macht auch die Böden unbrauchbar und verdirbt die Reisernte. Um ihnen wieder Hoffnung zu geben und die Erträge zu steigern, werden sie im Rahmen des Projekts mit Saatgut natürlich vorkommender, salztoleranterer Reissorten aus Indien versorgt. In sogenannten „Climate Field Schools“ werden die Männer und Frauen zudem in neuen Anbaumethoden – auch für andere Feldfrüchte – geschult und erfahren, wie man biologischen Dünger aus Kompost herstellt. Sie entwickeln saisonale Pflanzkalender und überwachen das Pflanzenwachstum ganzjährig. Durch unterschiedliche Trainingsprogramme hat das Projekt bisher 176 Frauen in den Dörfern dazu befähigt, sich eine alternative Lebensgrundlage zu schaffen.

Vorbereitet sein für den Katastrophenfall

Klimabedingt haben sich auch die Niederschlagsmuster im indonesischen Hochland stark verändert. Immer wieder kommt es zu Erdrutschen oder Waldbränden. Von den Dorfbewohnern wurden daher sogenannte „Disaster Risk Reduction Teams“ gegründet und ein Frühwarnsystem implementiert, um Katastrophen zu überwachen und Reaktionszeiten zu verkürzen.

Das Projekt leistet einen wichtigen ökologischen Beitrag zur Reduktion von chemischen Düngern und zur Revitalisierung der Böden. Zugleich hat es eine wichtige Vorbildfunktion: Es zeigt, wie sich trotz Klimawandel und Bevölkerungswachstum Ernährungssicherheit nachhaltig erreichen lassen kann.

"Ich war sehr froh, die Auszeichnung zu erhalten. Der Preis ermutigt diejenigen von uns, die in abgelegenen Gebieten arbeiten und oftmals entwicklungsbedingt diskriminiert werden, sich weiterhin für eine gute Sache anzustrengen“, sagt Tandu Ramba von Geraja Toraja, der die Auszeichnung im mexikanischen Cancun entgegengenommen hat. "Alle Aktivitäten berücksichtigen den Umweltschutz. Die stärkste Lehre aus diesem Projekt ist, dass Armut reduziert werden kann, ohne die Umwelt zu zerstören.“

Indonesien hat weltweit das höchste Risiko für Naturkatastrophen

Das Projekt erhielt den Preis, weil es in besonderem Maße das Bewusstsein der lokalen Bevölkerung für die potenziellen Auswirkungen der Erderwärmung auf ihre Lebensgrundlage geschärft und ihnen Schritte zur Anpassung bzw. zur Erhöhung der Widerstandsfähigkeit gegenüber den Folgen des Klimawandels aufgezeigt habe, hieß es in der Begründung der ACT Alliance, die in über 100 Ländern weltweit für die Prävention von Katastrophen einsetzt. 

In Indonesien besteht das weltweit höchste Risiko für Naturkatastrophen. Jährlich gibt es mindestens 200 bis 300 Katastrophen, die hunderte Menschen töten, zehntausende obdachlos werden lassen und finanzielle Verluste in Höhe von mehreren Millionen Euro verursachen. Örtliche Entwicklungsinitiativen werden immer wieder durch die regelmäßigen Naturkatastrophen gefährdet.

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