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Zu Besuch im Flüchtlingslager in Diyarbakir

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, besucht mit Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe und Petra Bosse-Huber, Auslandsbischöfin der EKD ein Flüchtlingslager für je
Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, besucht mit Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe und Petra Bosse-Huber, Auslandsbischöfin der EKD ein Flüchtlingslager.

Im Rahmen seiner Türkei-Reise hat der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, auch die Stadt Diyarbakir im Südosten der Türkeibesucht. In der Metropole mit etwa eine Million Einwohnern haben derzeit rund 30.000 Flüchtlinge aus Syrien und 6.000 zumeist jesidische Flüchtlinge aus dem Irak Zuflucht gefunden.

Zu Besuch bei Jesiden

Bedford-Strohm traf dort Vertreter der syrisch-orthodoxen Gemeinde und besuchte gemeinsammit der Auslands- und Ökumenebischöfin der EKD, Petra Bosse-Huber, und Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe, ein Flüchtlingslager für jesidische Familien.Im Gespräch mit dem syrisch-orthodoxen Pfarrer Yusuf Akbulut und dem Diakon Saliba Acis ausder Gemeinde Diyarbakir erkundigten sich Bedford-Strohm und Bosse-Huber nach derLebenssituation christlicher Gemeinden in der Region und nach den aktuellenHerausforderungen der syrisch-orthodoxen Kirche durch die Flüchtlingskrise. „Wir sind dankbarfür die Informationen aus erster Hand und möchten unseren syrisch-orthodoxen Glaubensgeschwistern sagen, dass wir Ihnen im Gebet verbunden sind“, sagten der Ratsvorsitzende und die Auslandsbischöfin.

Im Findanlik Camp etwa 20 Kilometer von Diyarbakir entfernt sprach der Ratsvorsitzende mit jesidischen Familien aus dem Irak und Verantwortlichen der kommunalen Verwaltung. „Die türkische Gesellschaft war zunächst ebenso unvorbereitet wie die deutsche Gesellschaft, hat aber gegenüber den drei Millionen aufgenommenen Flüchtlingen unglaublich große Gastfreundschaft gezeigt. Doch die Bedingungen, unter denen die Menschen leben, sind sehr schwierig. Es muss viel getan werden, um gerade die Schutzbedürftigsten zu erreichen. Es ist ander Zeit, Integrations-Perspektiven zu schaffen" so Bedford-Strohm. „Die Diakonie Katastrophenhilfe als humanitäre Organisation der Evangelischen Kirche und ihre türkische Partnerorganisation leisten hier eine beeindruckende Arbeit. Aber wir dürfen nicht nachlassen,auf eine Befriedung der Konflikte in Syrien und dem Irak zu drängen. Nur durch die Beendigungdes Krieges kann die Ursache für die Flüchtlingsbewegungen beseitigt werden. Bis das der Fall ist, müssen die Menschen Perspektiven im Aufnahmeland eröffnet bekommen."

Hilfe per Geldkarte

Die Diakonie Katastrophenhilfe unterstützt mit Förderung der Europäischen Kommission (ECHO) in der Region 12.000 syrische Flüchtlinge und die etwa 1.300 jesidischen Flüchtlinge aus demIrak mit Bargeldtransfers. Die Familien erhalten Geldkarten, die monatlich mit einem Betragaufgeladen werden und mit denen sie Lebensmittel und andere Gebrauchsgüter einkaufenkönnen. Zudem bietet die Diakonie Katastrophenhilfe mit ihrer türkischen Partnerorganisation ineinem Gemeindezentrum im Flüchtlingslager Unterstützung bei der Überwindung von Traumata, Beratung und Sprachkurse insbesondere für Kinder, Jugendliche und Frauen an.„Der aktuell sich dramatisch verschärfende Konflikt in Syrien und die anhaltende Gewalt im Irak lassen wenig Hoffnung zu, dass die teils schwer traumatisierten Familien bald in ihre Heimatzurückkehren können. Sie sehnen sich nach Sicherheit und einer Zukunft für ihre Kinder. Deshalb geht es neben der Grundsicherung auch darum, den Menschen einen geschützten Raum zum Beispiel in Gemeindezentren zu bieten und ihnen und ihren Kindern Perspektiven zu eröffnen. Durch Bildung, durch Arbeitsmöglichkeiten, aber auch durch Aufklärung über ihre rechtlichen Möglichkeiten“, sagt Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe.

Nur zehn Prozent der nach offiziellen Angaben mehr als drei Millionen Flüchtlinge in der Türkeileben in Flüchtlingslagern. Die Mehrheit der Familien lebt in gemieteten Wohnungen oder provisorischen Unterkünften und hat bisher schlechten Zugang zu Hilfsleistungen, Gesundheitsversorgung, Arbeit und Bildung. Die Diakonie Katastrophenhilfe unterstützt mit ihrer Partnerorganisation aktuell Flüchtlinge in Diyarbakir, Sanliurfa, Batman, Hatay und Istanbul. Mit Förderung durch das Auswärtige Amt und die Europäische Kommission (ECHO) führt die Diakonie Katastrophenhilfe derzeit Projekte mit einem Volumen von insgesamt rund 13 Millionen Euro in der Türkei durch und erreicht damit rund 120.000 Menschen.

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