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Aktuelle Berichte

Ein Dankeschön aus dem Flüchtlingscamp Kambioos in Dadaab

Eine Frau in gelben Umhang spricht in ein Mikrofon. Hinter ihr sitzen einige Personen im Schatten von Büschen auf der Erde.
Die Schulsprecherin der neuen Schule im Flüchtlingslager Kambioos bei der Eröffnung

Das ganze Lager schien auf den Beinen. Feierlich, vor allem aber lautstark und fröhlich, wurde Ende Oktober nach rund 6-monatiger Bauzeit die Mädchengrundschule Furaha Primary School im Flüchtlingslager Kambioos eingeweiht. Eine der ersten Einrichtungen für Mädchen in dem 2011 eröffneten Camp, das zum Flüchtlingslager Dadaab gehört. Mit rund 400.000 Flüchtlingen, die vor dem Bürgerkrieg im Nachbarland Somalia geflohen sind, ist Dadaab die größte Flüchtlingssiedlung der Welt. Allein im Lager Kambioos leben mehr als 10.000 Flüchtlingskinder aus Somalia. Doch gerade mal die Hälfte der Mädchen und Jungen besuchen die Schule. Viele traditionsbewusste Eltern schicken vor allem ihre Töchter nicht zur Schule, und zwar schon deshalb, weil es bislang kaum mädchengerechte Unterrichtsmöglichkeiten gibt. Um den Flüchtlingskindern Zugang zu Bildung und damit Zukunftsperspektiven zu eröffnen, hilft die Diakonie Katastrophenhilfe die Bildungsmöglichkeiten im Lager auszubauen. Vor allem der Schulbesuch von Mädchen soll gestärkt werden. Für sie haben die lokalen Partner jetzt spezielle mädchenfreundliche Räume eingerichtet und Lehrerinnen ausgebildet, die deren Unterricht übernehmen. Geschützt vor fremden Blicken können die Schülerinnen in getrennten Klassen lernen und auf dem Schulhof spielen.

Bei der feierlichen Eröffnung eroberten die Mädchen „ihre“ neue Schule und den Schulhof im Sturm. Für manche der jungen Frauen und Mädchen ist es das erste Mal, dass sie eine Schule von innen sehen. Viele von ihnen konnten durch die Flucht noch nie oder nur wenige Jahre zum Unterricht gehen. Die Schulsprecherin bedankte sich ausdrücklich bei der Diakonie Katastrophenhilfe und ihrem lokalen Partner, dem Lutherischen Weltbund (LWF), die das Projekt gemeinsam ermöglicht haben! „Es war bewegend, die Freude der Mädchen mitzuerleben, endlich einen eigenen Raum zu haben, wo sie lernen, spielen und Sport treiben können”, berichtet Lennart Hernander, Programmverantwortlicher des LWF, der dabei war, als das Schulgelände eingeweiht wurde.

Neben den Baumaßnahmen hat die Diakonie Katastrophenhilfe mehrere Vor- und Grundschulen in Kambioos mit Spiel- und Lernmaterial ausgestattet und die Weiterbildung von 50 Lehrkräften unterstützt, um für gute Unterrichtsqualität zu sorgen. Außerdem haben 1.000 neu eingeschulte Jungen und Mädchen Schuluniformen für den Unterrichtsbeginn erhalten. „Am liebsten würden wir gleich an den Grundschulen im Hagadera Camp weitermachen“, sagt Hernander. Mit knapp 100.000 Flüchtlingen ist das 1992 entstandene Lager Hagadera das größte und älteste im Flüchtlingskomplex von Dadaab. Die Einschulungsrate hier liegt gerade mal bei 37 Prozent.

Projekt: 

Bildergalerie: 

Die Mädchen eroberten die neue Schule und den Schulhof im Sturm.

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