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Ein sicheres Zuhause

Mohammad Adeeb in seiner Wohnung in Jordanien.
Mohammad Adeeb ist mit seiner Familie nach Jordanien geflohen. Durch das Projekt "Cash for Rent" kann er eine Wohnung anmieten.
In Jordanien kommen die meisten Flüchtlinge nicht in Camps unter. Viele, die ihre Heimat wegen eines Krieges, einer Naturkatastrophe oder mangels Perspektive verlassen haben, finden in notdürftigen Unterkünften, in Zelten am Stadtrand, in leer stehenden Garagen oder Gebäuden Zuflucht.

So auch syrische Familien, die vor dem Krieg in ihrem Land nach Jordanien fliehen mussten. Ihnen hilft das Projekt „Cash for Rent“ der Diakonie Katastrophenhilfe, bei dem die Mietkosten für eine eigene Wohnung übernommen werden. Damit finden die Flüchtlinge fernab ihrer Heimat einen sicheren Ort zum Wohnen. Für viele wird er auch zu einem neuen Zuhause.

Die Farbe an der Wand ist abgeblättert, stellenweise löst sich der Putz, auf dem Boden liegen Matratzen verteilt, darauf drapiert ein paar Kissen. Die Wohnung, in der Mohammad Adeeb mit seiner Familie in Jordanien zur Miete lebt, ist um vieles schlichter als das schöne Haus, das sie in der südsyrischen Stadt Dara’a zurücklassen mussten. Und doch sind diese Räume für den 42-Jährigen und seine Familie ein Zuhause – einfach, aber sicher.

Auf Hilfe angewiesen

Zu zwölft leben sie nun in Zarqa. Vor zehn Jahren hatte die Stadt rund 450.000 Einwohner, heute leben weit mehr Menschen dort. Zu Mohammad Adeebs Familie gehören seine Frau, die an Krebs erkrankt ist, die beiden Töchter, sechs Söhne und seine Eltern. Geflohen sind sie aus Syrien im Sommer 2012. Mohammad traf ein Schuss ins Bein, er erntete gerade Gemüse auf seinem Feld. Wer den Schuss abfeuerte, weiß er nicht. Nur eines war ihm sofort klar: Er muss seine Familie in Sicherheit bringen. Nach Jordanien. Dort darf Mohammad Adeeb nicht offiziell arbeiten. Die Familie ist daher – so wie die meisten der mehreren Hunderttausend Flüchtlinge, die in Jordanien leben – auf Hilfsleistungen von humanitären Organisationen angewiesen. Jeder zweite Flüchtling ist unter 18 Jahre alt. In einigen Dörfern und Städten leben schon mehr syrische Flüchtlinge als Einheimische. Ein Großteil dieser Menschen hat mit steigenden Schulden zu kämpfen und kann meist nur einmal am Tag eine Mahlzeit zu sich nehmen.

Mietkosten gesichert

Über das „Cash for Rent“-Projekt konnte Mohammad Adeeb zwei Zimmer anmieten. Mehr ginge gar nicht, denn Wohnungen sind knapp in Jordanien. Die meisten syrischen Flüchtlinge suchen Schutz in benachbarten Staaten und landen dort oft in riesigen Zeltcamps. Familie Adeeb sagt, sie habe trotz der großen Not auch Glück gehabt: „Weil der Zuschuss die Mietkosten deckt, können wir mit dem bisschen Geld, das wir haben, die Medikamente für meine Frau kaufen, selbst kochen und die Kinder in eine Schule statt zum Arbeiten schicken“, berichtet Mohammad Adeeb. Der älteste Sohn besucht seit wenigen Monaten die Fachhochschule. Er studiert dort Tourismus – für die Zeit nach dem Krieg.

Mit dem Projekt „Cash for Rent“ hat die Diakonie Katastrophenhilfe zusammen mit der Partnerorganisation International Orthodox Christian Charities (IOCC) von Oktober 2015 bis Oktober 2016 rund 1.000 syrische und jordanische Familien mit Mietzuschüssen für eine eigene Wohnung unterstützt. Gefördert wurde das Projekt vom Auswärtigen Amt. Aktuell unterstützt die Diakonie Katastrophenhilfe in Jordanien weiter besonders bedürftige syrische Flüchtlingsfamilien mit Mietzuschüssen sowie mit Winterhilfe.

Projekt: 

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