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Flüchtlinge in Europa: Abschottung ist keine Lösung

Cornelia Füllkrug-Weitzel sitzt mit Flüchtlingen am Gleisbett. Die Mutter hält ihr Baby im Arm.
Cornelia Füllkrug-Weitzel unterhält sich mit afghanischen Flüchtlingen über ihre Flucht. Sie haben einen acht Wochen alten Säugling dabei.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat den neu errichteten Grenzzaun zwischen Ungarn und Serbien scharf kritisiert. Der Stacheldrahtzaun sei „ein Konjunkturprogramm für Schlepperbanden“, sagte er am Dienstag in Brüssel. Es sei völlig naiv zu glauben, dass ein solcher Zaun Flüchtlinge zur Rückkehr in ihre Herkunftsländer bewegen werde. Die Menschen suchten nach ihrer Flucht vor Terror und Gewalt vielmehr nach anderen Routen, wovon Schlepperbanden profitierten.

Abschottung, egal ob in Ungarn oder in Deutschland, hält auch Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe, für das falsche Mittel in der Flüchtlingspolitik. Grenzkontrollen dürften nur eine Notmaßnahme, eine Atempause in einer Krisensituation sein, wie der EKD-Ratschef betonte.

Der letzte Ausweg

Zwei Tag bevor Ungarn seine Grenze zu Serbien abriegelte, war Füllkrug-Weitzel mit Bedford-Strohm in die Region gereist, um sich ein Bild von der Situation der geflüchteten Menschen zu machen. In Röszke, wo am Dienstag der letzte Durchgang nach Serbien geschlossen wurde, drängten sich am Sonntag noch Tausende Flüchtlinge, um ihren Weg Richtung Norden fortzusetzen - notfalls zu Fuß. Die Situation in dem wilden Lager an der Bahnstrecke nach Serbien sei „bedrückend und menschenunwürdig“, sagte Füllkrug-Weitzel. Überall Müll, keine Toiletten, ein furchtbarer Gestank in der Luft. Gehetzt und müde hofften die dort wartenden, vor allem aus Syrien, Afghanistan und dem Irak stammenden Menschen, auf ihre letzte Chance, doch noch aus Ungarn wegzukommen – einem Land, das so gut wie jegliche Unterstützung für die Betroffenen vermissen ließ.

Serbien: Land mit „Migrationshintergrund“

Anders in Serbien: Dort ist für die Flüchtlinge gesorgt, es gibt Tankwagen mit Wasser, Duschen, Müllabfuhr. „Die Serben nehmen den humanitären Auftrag aus der Genfer Flüchtlingskonvention wirklich ernst“, lobte Füllkrug-Weitzel das Engagement Belgrads bei ihrem Besuch. Obwohl das Land selbst bitterarm ist, helfen Regierung und Behörden so gut es geht, auch dank der engen Zusammenarbeit mit den zivilgesellschaftlichen Gruppen wie Philanthropy, Partnerorganisation der Diakonie Katastrophenhilfe. Ihr Direktor, Dragan Makojevic, erklärte: „Wir sind selbst ein Nation von Flüchtlingen, daher diese große Solidarität.“ Der Bürgerkrieg liege noch nicht lange zurück und so habe das Land immer auch Erfahrung und Kompetenz in der Versorgung von Menschen auf der Flucht.

Hilfe gegen die bevorstehende Kälte

Weil weiter Menschen auf der Flucht sind und es bald kälter wird, bitten Bedford-Strohm und Füllkrug-Weitzel weiter um Spenden, um Flüchtlingen überall in Europa ein menschenwürdiges Leben  zu ermöglichen. „Für die tausenden Menschen, die derzeit auf Straßen und Plätzen campieren, brauchen wir innerhalb weniger Wochen wetterfeste Unterkünfte und Heizmaterial“, sagte die Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe.

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