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Aktuelle Berichte

Hilfe für eine neue Existenz

Im Bundesstaat Jonglei im Südsudan leistet die Diakonie Katastrophenhilfe seit einem Jahr Nothilfe für Menschen, die innerhalb des Landes vertrieben wurden. Clemens von Heimendahl, Regionaldirektor Afrika der Diakonie Katastrophenhilfe, informiert im Interview über die Hilfe.

Welcher Not ist die lokale Bevölkerung im Projektgebiet ausgesetzt?

Die Projektregion liegt am Rande des Konfliktgebietes zwischen den Ethnien Dinka und Nuer. Die meisten Haushalte haben mindestens eine Welle der Gewalt erlebt, wodurch sie vertrieben wurden. Heute ist der Konflikt weiter in den Norden verlagert und viele der Flüchtlinge kehren nach Hause zurück. Dort aber erwartet sie Zerstörung. Eine Existenz müssen sie sich erst wieder neu aufbauen.

Das Projekt hilft mit sogenannten „Cash for Work“ Maßnahmen. Was wird da genau gemacht?

Bei „Cash for Work“ erhalten die Menschen Bargeld für ihre geleistete Arbeit. In diesem Falle sind Deiche wieder aufgebaut und ausgebessert worden. Dadurch ist die Bevölkerung in Regenzeiten besser vor Überschwemmungen geschützt. Derzeit breitet sich zwar eine immer stärker werdende Dürre aus, die wir mit großer Sorge beobachten. Aber in Regenzeiten kommt es immer wieder zu Überschwemmungen, da der ausgetrocknete Boden dann kaum Wasser aufnehmen kann. Darauf möchten wir vorbereitet sein und die Menschen schützen. Zudem wurden auch andere Cash Programme in diesem Gebiet durchgeführt. Da gibt es zum Beispiel „Cash for construction and shelter“, also für den Wiederaufbau von Hütten, in denen die Menschen dann leben können. Außerdem leisten wir auch Bargeldhilfen, die nicht an Bedingungen geknüpft sind. „Unconditional Cash“ ist Geld, über das die Menschen frei verfügen können. Es wird in der Regel entweder für den Kauf von Lebensmitteln oder Kleinvieh und landwirtschaftliche Geräte verwendet.

Welche Perspektiven ergeben sich dadurch für die Begünstigten?

Für die Rückkehrer bedeutet es, dass sie sich nicht nur ein Zuhause schaffen können, sondern auch die Möglichkeit haben etwas anzubauen. Zudem sind ihr Dorf und ihre Felder vor Überflutungen geschützt. Sie erhalten also eine neue Lebensgrundlage. Sollte der Frieden in Jonglei andauern, dann hätten die Menschen die Chance endlich wieder ernten zu können, nachdem die letzten Ernten durch den Konflikt zerstört wurden. Außerdem stärken die Cash Maßnahmen die lokale Wirtschaft. Märkte werden wieder funktionsfähig, da Geld vorhanden ist, was wiederum Händler anzieht. Somit hat dieses Projekt neben einem kurzfristigen Mehrwert auch einen mittel und langfristigen Effekt, indem die Kommunen und ihre Einwohner gefestigt und gestärkt werden.

Projekt: 

Bildergalerie: 

Vertriebene Menschen erhalten Gutscheine, die sie gegen Baumaterial für eine feste Unterkunft eintauschen können.
Mit Baumaterialien können sich die Menschen eine Schutzhütte bauen.
Ausgebesserter Deich zum Schutz vor Überschwemmungen.
Begünstigte bei der Registrierung von Bargeldzahlungen.

Südsudan
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