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Aktuelle Berichte

Hoffen auf den Regen

Aus Weideflächen wird Sand. Eine Siedlung im nördlichen Kenia
Aus Weideflächen wird Sand. Eine Siedlung im nördlichen Kenia
Am Horn von Afrika breitet sich eine immer stärker werdende Dürre aus. Clemens von Heimendahl, Regionaldirektor Afrika der Diakonie Katastrophenhilfe, war jetzt im Dürregebiet vor Ort, um sich ein Bild von der Lage zu machen.

Schon seit Monaten  beobachten wir die Lage am Horn von Afrika mit Sorge. Zwischen Oktober und Dezember kommt es normalerweise zu Regenfällen. Doch die sind diesmal ausgeblieben, oder deutlich schwächer als sonst gekommen. Betroffen sind Somalia, das südöstliche Äthiopien und der Nordosten Kenias – ein Gebiet mit mehr als 15 Millionen Menschen.

Auf meiner Reise durch Marsabit im Norden Kenias begegnen mir ausgetrocknete Flussbette. Wo sonst Wehre das Wasser stauen, baden jetzt Kinder in den letzten Wasserstellen. Bedingt durch das Klima-Phänomen El Niño sind in den betroffenen Gebieten bereits schon in den letzten beiden Jahren die Regenfälle ausgefallen. Die Menschen vor Ort sind davon noch erschöpft und haben keine Möglichkeiten mehr, eine erneute Dürre zu bewältigen.

Die Situation ist deshalb sehr besorgniserregend, denn die Prognosen für die kommende Regenzeit von März bis Mai sind schlecht. Wenn der Regen erneut ausbleibt, werden die ohnehin schon mit starker Nahrungsmittelknappheit konfrontierten Menschen vor einer Hungersnot stehen. Die letzte Katastrophe in dem Gebiet gab es erst in 2011. Der fortschreitende Klimawandel macht sich deutlich bemerkbar, die Dürren werden immer häufiger.

In Marsabit sehe ich auch versandete Weideflächen, immer mehr Herden machen sich auf den Weg Richtung Süden, um Nahrung und Wasser zu erreichen. Die ersten Anzeichen einer kommenden Katastrophe zeigen sich schon:  die Lebensmittelpreise steigen, die Preise für Vieh sinken. Die ohnehin spärlichen Weideflächen dörren aus, der Grundwasserspiegel sinkt und somit auch das zur Verfügung stehende Wasser in den Brunnen.

Zusammen mit unseren Partnerorganisationen sind wir schon seit vielen Jahren in Somalia, Äthiopien und Kenia aktiv. Mein Kollege Jürgen Feldmann, Landesdirektor Somalia bei der Diakonie Katastrophenhilfe, berichtet mir, dass wir in Gedo, im Grenzgebiet zwischen Somalia und Kenia in den kommenden Monaten Nahrungsmittelgutscheine an knapp 900 Personen verteilen. Dort gibt es schon jetzt viele mangelernährte Kinder. „Noch hoffen wir hier vor Ort auf den Regen – aber wir bereiten uns schon darauf vor, dass er ausfällt“, sagt Jürgen Feldmann zu mir.

Projekt: 

Bildergalerie: 

Ausgetrocknetes Flussbett in Marsabit / Kenia
Herden in Marsabit / Kenia ziehen Richtung Süden
Eine Mitarbeiterin der Diakonie Katatsrophenhilfe in einem Frauenselbsthilfeprojekt in der Dürreregion Marsabit

Clemens von Heimendahl
Somalia
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