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„Mit den Tieren starb auch meine Hoffnung“

Abdullahi Mohamed Diriye ist mit seiner Familie ins Higalaaley-Camp in Bahdo (Adado Distikt, Somalia) geflohen.
Abdullahi Mohamed Diriye ist 71 Jahre alt. Seit November lebt er mit seiner Familie in einem Vertrieben-Camp in Bahdo, Somalia. Durch die Dürre verloren sie 310 Ziegen, bis dahin ihre Lebensgrundlage, und mussten fliehen. Abdullahi gehört zu den Begünstigten von Diakonie Katastrophenhilfe und CPD.

„Zuerst setzte ich alle Ersparnisse ein und kaufte Wasser und Getreide für die geschwächten Tiere. Aber natürlich hatte ich auch die Verantwortung, für die Ernährung meiner Familie zu sorgen. Als meine Mittel dann aufgebraucht waren, lieh ich mir Geld von Freunden und Verwandten - insgesamt 1.830 Dollar. Die Schulden wollte ich mit dem verbleibenen Vieh bei Einsatz der Regenzeit begleichen. Doch der Regen blieb aus und alle Ziegen starben. Mit den Tieren starb auch meine Hoffnung.

Um das Leben meiner Kinder und meiner Familie zu retten, war ich gezwungen, die 30 letzten Tiere zurückzulassen. Diese traurige Entscheidung musste ich fällen, denn unsere Ressourcen reichten nicht mehr für die Familie und das Vieh. Die Ziegen waren zu schwach, um noch eine Wasserstelle zu erreichen, und zu dürr, um geschlachtet zu werden. Ich musste nach einer alternativen Lebensgrundlage für mich und meine Familie suchen. Die einzige Option, die wir hatten, war in die Stadt zu ziehen – in der Hoffnung, dort Hilfe zu finden. Und so landete ich hier in diesem Camp.

Seit wir hier angekommen sind, haben wir wenig Hilfe erhalten, aber Gott sei Dank reicht es zum Überleben. Im März habe ich eine Tochter verloren, weil im Camp die Masern ausgebrochen sind. Ich selbst leide an Diabetes und kann keine schweren Arbeiten übernehmen. Aber meine 16jährige Tochter unterstützt uns: Sie fährt regelmäßig in die Stadt Bahdo und arbeitet dort als Haushaltshilfe, wäscht Kleider und Teller. Von dem Geld kauft sie Essen für die Familie. Ihr Verdienst reicht nicht, um alle satt zu machen, aber es hilft.

Im Camp mangelt es an Wasserversorgung und Toiletten. Wir haben nur zwei Latrinen, die haben die Vertriebenen zusammen mit der Gastgemeinde gebaut. Es gibt einen Wassertank, der vom lokalen Wasserkomitee installiert wurde. Dort können wir uns kostenlos mit Wasser versorgen.

Ich bin sehr dankbar für die Hilfe, die ich heute vom Centre for Peace and Democracy (CPD) bekommen habe. Über das Handy wurde mir ein Betrag von 100 Dollar gutgeschrieben. Und so wie ich es verstanden habe, erhalten wir diesen Betrag auch in den beiden kommenden Monaten. Von dem Geld, das ich heute bekommen habe, werde ich 20 Dollar Schulden beim Lebensmittelhändler zurückzahlen. Vom Rest kaufe ich Nahrungsmittel für meine Familie. Ich wünsche mir, dass die Hilfe noch länger als drei Monate geht, damit wir und andere Familien im Camp die schlimmste Zeit überstehen können.“

Bildergalerie: 

So wie Abdullahi Mohamed Diriye verschlägt es viele Menschen in die Vertriebenenlager.
Die meisten Neuankömmlinge haben alles verloren. Sie besitzen nur noch, was sie tragen können.
Die 31-jährige Witwe Qamar Sheikh Hussein hat auf der Flucht vier ihrer elf Kinder aufgrund von Hunger und Krankheiten verloren.
Zelte soweit das Auge reicht. Mehr als 739.00 Menschen sind in den letzten Monaten in andere Teile des Landes geflohen. Allein rund um die Hauptstadt Mogadishu leben etwa 350.000 Vertriebene.

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