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Aktuelle Berichte

"Unsere Mitarbeitenden sind Risiken ausgesetzt"

Menschen vor einem Schild mit beiden Logos
Unterwegs mit der Partnerorgansiation im Feld.
Zum Internationalen Tag der Humanitären Hilfe fordern internationale Organisationen, darunter die Diakonie Katastrophenhilfe, mehr Aufmerksamkeit für die Sicherheitsrisiken und mehr Schutz der einheimischen Zivilgesellschaft bei der Bereitstellung von Humanitärer Hilfe.

Die Diakonie Katastrophenhilfe unterstützt seit 2014 intern Vertriebene und syrische Flüchtlinge im Nordirak. Gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation REACH Iraq (Rehabilitation, Education and Community‘s Health) werden beispielsweise Nahrungsmittel- und Hygienegutscheine verteilt oder psychosoziale Hilfe angeboten.  Doch die Arbeit ist nicht immer einfach. Die Autonome Region Kurdistan mit ihren drei Provinzen Dohuk, Erbil und Suleimaniyah im Norden des Iraks hat etwa 5,3 Millionen Einwohner. Hinzu kommen rund 250.000 registrierte Flüchtlinge aus Syrien. Seit dem gewaltsamen Vormarsch des sogenannten Islamischen Staates (IS) im Juni 2014 wurden mehr als drei Million Menschen innerhalb ihres Landes vertrieben – die meisten von ihnen haben in den kurdischen Gebieten Schutz gesucht. Anlässlich des Tags der  Humanitären Hilfe haben wir mit dem Saman A. Majed, dem Generaldirektor von REACH gesprochen.

Diakonie Katatrophenhilfe: Welchen Gefahren sind Ihre Mitarbeitenden vor Ort ausgesetzt?
Kak Saman: Wir müssen beispielsweise mit „Schläfern“ des sogenannten Islamischen Staates rechnen, also Menschen die jederzeit bereit sind Attentate zu verüben. Entsprechend sind Anschläge mit selbstgebauten Bomben, auch Autobomben, ebenso ein Thema wie Kidnapping oder Raubüberfälle. Es kann auch immer passieren, dass wir im Zuge von Feuergefechten ins Kreuzfeuer geraten. Weitere Sicherheitsrisiken sind etwa Verhaftungen und Demonstrationen, aber auch einfach Verkehrsunfälle. Diese Erkenntnisse haben wir im Zuge eines Projektes gewonnen, das wir mit der Unterstützung der Diakonie Katastrophenhilfe zur Zeit in Mosul durchführen. Die Gegend wurde von 2014 bis zu ihrer Rückeroberung im Juli 2017 vom sogenannten Islamischen Staat kontrolliert. Auch unsere Mitarbeitenden in Kirkuk, Diyala und Salashaddin sind mit sehr ähnlichen Risiken konfrontiert. Dennoch wird sich REACH in all diesen Regionen auch weiterhin für schutzlose Familien einsetzen.

Wie werden Ihre Mitarbeitenden darauf vorbereitet einerseits Gefahren zu vermeiden, aber andererseits im Notfall effektiv Hilfe leisten zu können?
Zum Beispiel haben 15 Mitarbeitende von REACH an einem fünftägigen Gesundheits- und Sicherheitstraining teilgenommen, das von der Diakonie Katastrophenhilfe in Sulaimaniya ausgerichtet wurde. Auf dieser Grundlage haben wir anschließend einen eintägigen Kurs erarbeitet, den alle neuen Mitarbeitenden sowie jene Mitarbeitenden durchlaufen, die nicht an dem Training teilgenommen haben.

Welche weiteren Maßnahmen ergreifen Sie, um die Sicherheit Ihrer Mitarbeitenden zu gewährleisten?
Zunächst werden weitere Mitarbeitende ein Gesundheits- und Sicherheitstraining absolvieren. Außerdem wollen wir uns mit anderen NGOs in der Region, den lokalen Behörden aber auch führenden Mitgliedern und Vertretern der Gemeinden koordinieren, um die Sicherheitslage im Irak tagesaktuell einschätzen zu können.
Um unsere Erkenntnisse übersichtlich darstellen zu können, arbeiten wir gerade an einer interaktiven Karte.

Projekt: 

Syrien / Irak
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