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Vier Jahre Dürre in Ostafrika, vier Jahre Hoffnungslosigkeit. Ohne Wasser überlebt ein Mensch nur drei Tage - wir müssen weiter helfen und dürfen nicht weg sehen! Clemens von Heimendahl, Regionaldirektor Afrika der Diakonie Katastrophenhilfe, berichtet aus Kenia und Äthiopien.

Schon wieder müssen Frauen und Kinderweit laufen, um an Wasser zu kommen. Durch die sengende Sonne,  in langen Kolonnen, oft bis zu 40 Kilometer. Im Nordosten Kenias, an der Grenze zu Somalia, hat es wieder nicht geregnet. Seit November gab es nur ein paar Tropfen, manchmal war der Himmel zwar dunkelgrau – aber dabei blieb es dann meistens auch. Die Dorfbrunnen sind ausgetrocknet, ab und zu schickt die Regierung einen Tankwagen mit Wasser vorbei.  Doch das passiert viel zu selten.

Das bisschen ausgesäte Getreide wird nicht aufgehen, die Herden der Viehhirten sind weit fort in den Süden gezogen, dorthin wo es regnet. Aber in der Ferne sind die Hirten fremd, das Land und die Weidegründe nicht ihre. Unruhe entsteht – denn auch andere Hirten sind mit ihren Tieren auf der Suche nach Futter, jeder sagt, er hat ein Anrecht. So häufen sich Konflikte und mancher Hirte kehrt nicht mehr nach Hause zurück.

Auf der Suche nach Wasser

Doch zuhause, was ist das eigentlich? Die armselige Rundhütte, genannt Boma, die von der Sonne fast weiß gegerbt ist. Die vertrockneten dornigen Sträucher, die zu einem Schutzwall aufgehäuft sind um Hyänen fernzuhalten. Hier, nördlich von Rhamu an der Grenze zwischen Äthiopien und Kenia, wohnen nur noch die Frauen und Kinder. Ein paar Ziegen haben sie durch die letzte Dürre gebracht, einige haben kleine Zicklein. Aber die werden nicht überleben, wenn kein Wasser da ist. Also laufen Frauen und Mädchen Stunden um Stunden, auf der Suche nach Wasser.   

In Afar, im Nordosten Äthiopiens, sieht es nicht anders aus. Auch dort herrschen Temperaturen von 40 Grad und mehr. Es ist eine unwirkliche Wüstengegend, in der die Menschen leben: Sandwüste, Felswüste und dazwischen ein paar Sträucher. In dieser Gegend liegt der tiefste Punkt der Erde, 180 Meter unter dem Meeresspiegel – verkarstet, ausgetrocknet und staubig. Auch dort sind die Männer mit den Herden weit weg gezogen, in die Hochebenen des Südens, wo es regnet.

Nothilfe ist überlebenswichtig

Neun Monate lang haben wir im vergangenen Jahr  Menschen in Kenia und Äthiopien mit Trinkwasser aus Tanklastwagen unterstützt. Im Dezember haben wir die Wasserlieferungen eingestellt, denn es zeichnete sich eine leichte Besserung ab. Jetzt, Anfang April, stehen wir wieder am Anfang. Ohne unsere Unterstützung haben die Menschen einfach kein Wasser. Die Situation ist hoffnungslos, und mit dem Klimawandel wird sie sich weiter verschärfen. Aber genau deshalb müssen wir helfen. Wir können nicht weg sehen. Das Recht auf Wasser ist ein Grundrecht: Ohne Nahrung überlebt der Menschen zwei Wochen, ohne Wasser nur drei Tage.  

Seit Mitte März versorgt die Diakonie Katastrophenhilfe erneut tausende Menschen im Nordosten Kenias und Südwesten Äthiopiens mit Trinkwasserlieferungen.

Clemens von Heimendahl
Regionalbüro Afrika
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